22. März 2010
Offener Brief an R. Hinrichs
Sehr… äh… äh… Moin Herr Rüdiger Hinrichs,
unter der Überschrift „Entschlossen gegen Neonazis“ schrieben Sie
als Mitglied der Fraktion der CDU in der Lübecker Bürgerschaft im Organ der
Hansestadt Lübeck „Lübecker Stadtzeitung“ vom 9. März 2010:
„Die CDU begrüßt die von der Bürgerschaft in ihrer letzten Sitzung
einstimmig beschlossene Reolution gegen den Aufmarsch Neonazistischer Kräfte am
27. März. Dass alle Mitglieder der Bürgerschaft eine Resolution beantragen und
diese einstimmig annehmen, ist ungewöhnlich. Es beweist die besondere Entschlossenheit, mit der alle politischen Kräfte
in unserer Stadt dem rechtextremistischen Spuk Ende März entgegen treten.“
Nun, einstimmige Abstimmungen und Resolutionen sind nichts Ungewöhnliches.
In Diktaturen kommt so etwas häufiger vor. Ich weiß jedoch nicht, was Sie unter
„Spuk“ verstehen. Sind es die vermummten Randalierer und Feuerteufel – die
Geister die Sie riefen – die Ihnen Angst einflößen?
„Dass diese Resolution zustande kommen konnte, ist insbesondere der
Moderation unseres Innensenators Thorsten Geisler und der Führung der Lübecker
Kirchen zu verdanken.“
Die Kirche sollte sich besser um ihre Schäfchen kümmern, sowie um
ihre „geistestrunkenen“ Bischöfe. Gerade die Kirchen sollten sich Trauernden,
GeDENKENDEN nicht in den Weg stellen und diesen Tag für die eigenen Zwecke
mißbrauchen. Zu „ihren“ Innensenator kann ich nur sagen: „Was ist dies für ein
Innensenator, der Deutschen das demokratische Grundrecht auf Versammlung
verweigern will?“
„Am 27. März wird erneut die geschichtsverfälschende Tournee von Neonazis
aus dem ganzen Bundesgebiet in Lübeck Station machen. Die Rechtsextremisten instrumentalisieren die Opfer der alliierten
Bobenangriffe während des zweiten Weltkrieges für ihre Zwecke.“
Warum verfälschen wir „Neonazis“ die Geschichte, wenn wir Tatsachen
an die Öffentlichkeit bringen? Wollen Sie die Toten, Verletzte und Obdachlose
nach dem Bombenangriff auf Lübeck leugnen? Nein, nicht wir sind es, die instrumentalisieren. Wir wollen im Stillen
der Opfer Gedenken, den Frauen, Kindern und Männern, die meist Zivilisten
waren. Wir sind es nicht, die lautstark „Nie wieder Deutschland“, „Alles Gute
kommt von oben“ oder „Bomber-Harris do it again“ skandieren. Wir sind es nicht, die während der Versammlung Partei- oder
Gewerkschaftsfahnen zu Werbezwecken schwenken.
„Dies kann und wird vonseiten derjenigen politischen Kräfte, die sich
für eine offene Gesellschaft engagieren, nicht unwiderrufen bleiben.“
Eine Gesellschaft offen für alle? Ernsthaft? Wann, wo?
„Wir rufen daher gemeinsam mit dem Bürgermeister, allen demokratischen
Parteien und den Kirchen zu Andachten und Kundgebungen gegen den geplanten
Aufmarsch auf! Eines muss hierbei klar sein: Gegen verfassungsfeindliche Kräfte wollen wir
nicht randalieren. Unser Engagement für die freiheitlich-demokratische
Grundordnung beweisen wir auch durch gutes Beispiel.“
Dann nennen Sie mir bitte mal eine demokratische Partei. Viel fällt
mir hierbei nicht ein. Davon einmal abgesehen, dass wir keine Verfassung haben, sind nicht
gerade Sie es, die uns unserer Grundrechte berauben will? Wissen Sie nicht, dass es strafbar ist, eine angemeldete Versammlung zu
stören oder zu verhindern, bzw. es zu versuchen oder hierzu aufzurufen? Ihr Vorhaben hat mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung nichts zu
tun, es zeugt eher von einer Willkürherrschaft, welches die Freiheit der
Andersdenken aus dieser so genannten „Demokratie“ ausschließen will.
„Wir fordern die Teilnehmer der Kundgebungen dazu auf, den Anweisungen
der Ordnungskräfte Folge zu leisten.“
Da werden Sie Pech haben. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass sich
Ihre antideutschen Krawalltouristen irgendwelchen Ordnungskräften unterordnen?
Dafür legen diese nicht die weiten Wege zurück. Sie werden dies spätestens
merken, wenn die ersten Flammen auf Lübecks Straßen emporschlagen.
„Lübeck wendet sich entschlossen gegen die Umtriebe der Neonazis: gegen
Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsklitterung.“
Nationale Sozialisten sind keine Rassisten, sondern für die Vielfalt
der Völker, aber dies werden Leute wie Sie nicht begreifen.Die Geschichtsfälscher sollten Sie auch z.B. unter den Autoren der
Geschichtsbücher und Presse sowie Ihresgleichen suchen. Hierzu sage ich nur:
Kugelschreiber. Vielleicht sollten Sie als Bevölkerungsvertreter einmal Begriffe wie
Demokratie, Meinungsfreiheit oder Versammlungsrecht nachschlagen. Oder richten Sie dies Ihren Redenschreiber oder V.i.S.d.P. aus. Aber ich kenne ihr Gegenargument schon jetzt: Andersdenkende haben
nicht das Recht auf eine freie Meinung. So etwas könnte ja tolerant sein.
Tschüß, der Maulwurf
Nachtrag: Warum sind Sie als Autor nicht selbst der Verantwortliche des
Artikels? Reicht der Mut nicht so weit, oder zweifeln Sie ihr eigenes
Geschreibe an?
Quelle: www.maulwurfen.info