09.2.2012
Offener Brief an die Anwohner im Musikerviertel
Bereits seit nunmehr 4 Jahren soll die Wegstrecke des Lübecker Trauermarsches am Hinterausgang des Lübecker Bahnhofs beginnen und durch das Musikerviertel im Stadtteil St. Lorenz Nord führen. Die Anwohner sind darüber wenig erfreut und haben nun knapp 500 Unterschriften gegen den Trauermarsch gesammelt und der Stadtverwaltung übergeben. Die Versammlungsleitung hat sich entschlossen einen offenen Brief an die Anwohner des betroffenen Stadtteils zu verfassen, um über die eigentlichen Hintergründe, die von der Presse bewußt verschwiegen werden, aufzuklären.
Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,
die Versammlungsleitung des Lübecker Trauermarsches kann Ihre Bedenken und Befürchtungen durchaus nachvollziehen. Für jeden Anwohner ist es ein persönliches Ärgernis, wenn man einen ganzen Tag über durch Polizeimaßnahmen fast von der Außenwelt abgeschnitten wird und sein Fahrzeug nicht vor der Haustür parken darf. Wenn linke Gegendemonstranten und Polizisten durch die Vorgärten trampeln, um Ausschreitungen zu verhindern, ist für viele Anwohner das Fass übergelaufen. Mit der Sammlung von Unterschriften für ein Verbot des Trauermarsches werden hier jedoch leider Ursache und Wirkung vertauscht. Wir möchten daher die Gelegenheit nutzen, um Ihnen einige Dinge zu verdeutlichen:
1.) Wir haben uns nicht bewusst Ihren Stadtteil für den Trauermarsch ausgesucht, sondern sind von der Versammlungsbehörde und linken Gegendemonstranten in Ihren Stadtteil gedrängt worden. Ursprüngliches Ziel unserer Gedenkveranstaltung war immer die Lübecker Innenstadt. Durch eine große Gegendemonstration am Bahnhofsvorplatz und einer Kundgebung an der St. Lorenz-Kirche durften wir den Bahnhof ausschließlich am Hinterausgang Richtung Ziegelteller verlassen. Laut Polizei und Versammlungsbehörde sollten dabei die Bahnschienen als natürliche Absperrung dienen.
2.) Wenn es zu
polizeilichen Maßnahmen kommt, dann ausschließlich aufgrund linker
Chaoten, die unser Gedenken zum Anlaß nehmen, um Krawall zu machen.
Ihr Unmut müsste sich demnach nicht gegen den Trauermarsch, sondern gegen
diese Kriminellen richten, die eine friedliche und genehmigte Versammlung
mit Gewalttaten zu verhindern versuchen.
3.) Vom Trauermarsch ging in den letzten 6 Jahren keinerlei Gewalt aus und
wir werden auch in diesem Jahr friedlich zum Gedenken an die Lübecker
Bombenopfer demonstrieren.
Liebe Anwohnerinnen
und Anwohner, lassen Sie sich nicht durch Medien und selbsternannte Antifaschisten
instrumentalisieren. Die Gewalt geht ausschließlich von linken Gegendemonstranten
aus, daher kann auch Ihre Forderung nur lauten:
"Verbot aller Gegendemonstrationen in Ihrem Stadtteil"