15.03.2011
Mahnwache zur Lübecker Bombenterror-Kampagne in Travemünde

Nach dem erfolgreichen Kampagnen-Infostand in Bad Schwartau am 26. Februar fand gestern in Lübeck-Travemünde die zweite öffentliche Aktion zur Bombenterror-Kampagne statt, mit der für den Lübecker Trauermarsch am 26. März geworben wurde.

Eigentlich sollte lediglich ein Informationsstand an der Strandpromenade aufgebaut werden, aber die Stadt meinte wohl, sie könne uns Knüppel zwischen die Beine werfen. Es wurde behauptet, daß kein rechtsgültiger Antrag auf Sondernutzung eingegangen sei und es jetzt, zwei Tage vor dem Termin, zu spät wäre, einen solchen Antrag noch zu bearbeiten. Ohne langes Federlesen wurde daraufhin eine Versammlung angemeldet. Es dauerte wie immer nicht lange, bis die Stadt diese Information an den politischen Gegner weitertratschte, aber das konnte die Wirkung unseres Vorhabens nur verstärken.

Als wir am Sonnabend gegen 11 Uhr mit rund dreißig Aktivisten in Lübeck-Travemünde eintrafen, waren der Fanclub von Bomber Harris schon mit rund 80-100 Geisteskranken vor Ort. Darunter etwa dreißig vermummte Gestalten. Da wir uns mit der Anreise Zeit gelassen hatten, machte sich der Gutmenschenpopanz zwischenzeitlich auf dem von uns vorgesehenen Platz breit. Das stellte jedoch kein Problem dar, weil der Platz vor der Priwall-Fähre insgesamt groß genug war und wir uns einfach ein paar Meter weiter in sehr guter Lage mit Fahnen und Transparenten aufstellen konnten.

Bei herrlichstem Frühlingswetter standen wir gut sichtbar vor der Strandpromenade, von der immer wieder zahlreiche Passanten Richtung Anleger direkt an uns vorbei kamen und unsere Aktion aus nächster Nähe wahrnahmen. Viele Schaulustige blieben stehen und hörten sich über längere Zeit unsere Redebeiträge an, mit denen unsere Redner über die Hintergründe des alliierten Bombenterrors aufklärten und für den Trauermarsch am 26. März in der Lübecker Innenstadt warben.

Die Polizei war trotz zahlenmäßig guter Stärke teilweise mit der Situation überfordert. Eine Gruppe von ca. 12-15 Linken schaffte es, sich an einer Polizeiabsperrung Zutritt zu unserem Bereich zu verschaffen unter dem Vorwand, sie seien rechte Teilnehmer. Die Absperrung bestand aus 4-5 Beamten, die nur ein paar Meter seitlich von uns entfernt war. Als die Genossen dann in Schlagweite direkt vor den ersten drei bis vier Kameraden standen, passierte - nichts. Die Kameraden blieben ruhig stehen, die Linken trauten sich nicht, anzugreifen. Der Versuch eines einzelnen Linken, unser Transparent wegzureißen, wurde sofort unterbunden. Dann warfen sich die Bullen dazwischen und nahmen ein paar Linke fest. Der Versuch der Polizei, ihren Fehler uns in die Schuhe zu schieben mit der Behauptung, daß wir den Beamten an der Absperrung gesagt hätten, die Gruppe gehöre zu uns, wurde noch gleich vor Ort richtig gestellt. Neben diesen Linken hatte aber noch eine weitere Genossin das Bedürfnis, uns einen Besuch abzustatten. Sie bat darum, durch unser Gigaphon sprechen zu dürfen. Wir wußten natürlich, was sie damit zu bezwecken glaubte, kamen ihrer Bitte aber nach. Gerne hätten wir die entsetzten Gesichter ihrer Freunde auf der anderen Seite der Polizeikette gesehen, aber die Polizei schickte die Genossin fort, ehe der Spaß beginnen konnte.

Damit war das Füllhorn interessanter Begebenheiten an diesem Tag aber auch schon geleert. Unsere Kundgebung verlief bis zum Ende störungsfrei und erreichte eine wirklich zufriedenstellende Öffentlichkeitswirkung vor Ort. Als wir unsere Versammlung nach zwei Stunden gegen 13.30 Uhr beendeten, waren auf der anderen Seite schon viele Gutmenschen abgedampft.




 

 

 


 

 

 


 

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